Weniger fliegen – leicht gemacht

Nachdem ich eine schöne Woche in Toronto hatte, bin ich weiter nach Chicago geflogen, um hier in USA ein weiteres technisches Training zu absolvieren.

Ich kann nur sagen, "Die spinnen die Ammis!". Am Flughafen war es relativ leer und ich wußte ja, dass ich etwa 3h vor Abflug am Flughafen sein muss. Diese 3 Stunden habe ich auch gut gebraucht. Die Idioten haben in ihrer Terror-Panik, so ziemlich alle ihre Gerätschaften an mir ausprobiert. Dazu muss man wissen, dass US Police und Zoll schon am Flughafen in Kanada ihr eigenes Hoheitsgebiet haben. Es sind also nicht die kanadischen Behörden, sondern die US-Behörden, die einen dort am Flughafen schikanieren.

Es beginnt damit, dass man sich zuerst an einem Self-CheckInn Terminal legitimieren muss. Man steckt seinen Reisepass in einen Schlitz und beantwortet 1000 Fragen (Persönliche Angaben wie Wohnort, Alter, Name, dann Grund der Einreise, Adresse in USA, Aufenthaltsdauer, Telefonnummer unter der man in USA erreichbar ist, Flugnummer, in welchen Ländern man in den letzten 6 Monaten war, usw.) -> Dauer ca. 15 min. Wenn man alle diese Daten parat hat. Wer kennt schon die Postleitzahl des Ortes in dem man sich aufhalten wird? Die Belohnung – Bingo – eine Bordkarte (ach guck an)!

Jetzt reiht man sich in die Menschenschlange ein. In der Schlange hat man Zeit und füllt unterdessen ein grünes Visaformular (stehend in der Hand) aus. Vorteil hat, wer einen Kugelschreiber zur Hand hat. Verlangt werden so ziemlich dieselben Angaben, die man zuvor am Terminal mühsam eingeklimpert hat und die man, wie ich, schon vor 4 Wochen online bekannt gegeben hatte.

Jetzt wird das Gepäck (inklusive Handgepäck) vermessen und gewogen. Nachdem 100 Leute vor einem (ich hatte Glück), ihr Gepäck umgepackt/umverteilt und teilweise Dinge weggeworfen oder nachbezahlt haben, schleppt man seinen Koffer weiter zur nächsten Station. Hier werden wieder Ausweis, Bordkarte und Visaformular gescheckt und man bekommt ein weiteres Formular in die Hand gedrückt. Hier gibt es Tische und Kugelschreiber an einer Kette. Verlangt werden Angaben zu den Dingen die man mit sich führt und die man ggf. in den USA belässt, also wie üblich Angaben zu Waren, ob man Hirschgeweihe dabei hat, oder Sprengstoff, wie viel davon und in welchem Wert, etc.

Weiter geht’s! Jetzt wird der mühsam gepackte Koffer wieder ausgepackt und z.B. auf Sprengstoff untersucht. Das war ’ne Show! Wie an einem Grabbeltisch, da wurde Unterwäsche hochgehalten und Gerätschaften präsentiert… Interessant was die Mitreisenden so alles in Ihren Koffern haben…. Hihihi.

Endlich kann man nun seinen schweren Koffer (bei manchen ist er ja nun nicht mehr so schwer) selbst auf ein Band wuchten und einen Gepäckabschnitt, den man vorher bekommen hat, aufpappen – falls alle Dokumente vollständig waren. Ihr könnt Euch vorstellen, dass bei jedem zweiten die Dokumente nicht vollständig, oder ordnungsgemäß ausgefüllt, bzw. einfach unleserlich waren, weil zuvor stehend ausgefüllt. Immerhin gut, dass ich den Koffer nicht noch ins Flugzeug einladen musste.

So, aber geschafft ist der CheckInn noch lange nicht, weiter geht’s!

Nur noch belastet mit dem Handgepäck, zahlreichen Zetteln und Mantel, Schal und sonstigem (es ist einen nämlich mittlerweile ganz schön heiß geworden), geht es weiter zum Handgepäck und Körpercheck. Erst einmal das gleiche Spiel wie vorher mit dem Koffer. Alles, ja alles auspacken und in eine Wanne legen. Ich musste mein Handy, meinen PC und meinen Beamer anschließen und einschalten. Das Windows-XP-Begrüßungsbild reicht da nicht, NEINnnn! Schön den Rechner hochfahren (das dauert bei mir, ohne Netzwerkanschluss sehr lange, weil der Computer nach einen passenden Netzwerkanschluss sucht). Dann wurden Proben an meinen Geräten abgetupft und auf Sprengstoff untersucht, die Batterien aus meinem Laserpointer entnommen und und und. Mein Rucksack hat 5 Taschen mit Reißverschluss und jede Menge Fächer und Nischen, man man man!

Aber ein Gutes hat es, jetzt weiß ich endlich wieder was ich da alles so mit mir rumschleppe *grins*, da hat sich über die Jahre eine Menge angesammelt. Das fanden die Behörden auch und haben meine ca. 10 Jahre alten Kaugummis aus Japan auf Drogen, oder sonst etwas untersucht (weil die mittlerweile total krümelig, bzw. pulverig waren).

So, nun war mein Handgepäck nach deren Auffassung sauber. Jetzt geht’s weiter mit der Personenkontrolle. Eine nette Dame ließ mich zunächst meine Schuhe, dann meinen Pullover und zuletzt meine Jeans ausziehen (aber egal es war ja eh ziemlich heiß und ich kochte bereits innerlich vor Wut). So wie ich war mussten wir (also das betraf nicht nur mich, sondern alle Passagiere), ca. 30m zu einem Körperscanner laufen und uns mit ausgestreckten Armen, nacheinander dort reinstellen.

Tja, und man glaubt es kaum, jetzt durften wir uns wieder anziehen und wir waren drin, dachte ich…

Weiter geht’s zu Passkontrolle. Alle Finger wurden gescannt und ein Foto von mir gemacht. Dann wurde mein Reisepass gecheckt (es ist übrigens schon ein ganz aktueller mit biometrischen Daten). Nun gab es noch ca. 20 Fragen, im Wesentlichen das, was ich ja nun schon mehrfach eingetippt und in Formulare geschrieben hatte und so’ne Fragen, warum ich über Kanada in die USA reise und wie meine Firma heißt, was ich beruflich mache und wo unsere Niederlassungen sind.

Beeindruckt war der Officer scheinbar von meinen vielen Stempeln in meinem Pass. Und nun, "Wow" unglaublich! Ich darf in die USA – Juhuuu! Das alles ging bei mir aber nur so schnell, weil ich immer freundlich, verständnisvoll mitgemacht habe und immer artig gelächelt habe. Hinter mir waren Leute so aufgebracht, die stehen bestimmt immer noch da… hihihi

Also Fazit: Wer nicht wirklich in die USA muss, sollte die Idioten da besser unter sich lassen!

Das Beste war, in Chicago angekommen, gab es keinerlei Kontrollen und das Gepäckband war außerhalb des Sicherheitsbereiches. Wenn ich das nicht gefunden hätte, dann wäre mein Koffer da lustig rumgekreist und jeder, ja auch Leute außerhalb vom Flughafengebäude hatten Zugang und hätten ihn einfach mitnehmen können!

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