On Isabella (Galapagos III)

Die nächsten Tage verbringen wir an verschiedenen Plätzen rund um die Inseln Isabella und Fernandina. Jede Insel hat ihre eigenen Highlights – auf der einen sind es die Iguanas, die es auch in einer landlebenden Variante gibt, auf der anderen die Meeresschildkröten, Seelöwen oder Pinguine. Auch die Vegatationund Geologie ist überall unterschiedlich, auch wenn alle Galapagos-Inseln vulkanischen Ursprungs sind. So lerne ich den Unterschied zwischen schnell- und langsam fließender Lava kennen und wir wandern über riesige Lavafelder vor den dafür verantwortlichen Vulkanen. AAuch Schnorcheln steht wieder auf dem Programm, wobei die Wassertemperatur hier nicht gerade einladen ist. Am letzten Tag ziehe ich von uns zur Verfügung stehenden "Shorties" gleich zwei an – so lässt es sich einigermaßen ertragen. Dafür bekommen wir Mutigen auch einen besonderen Anblick geboten: einen Meeresiguana, der am Boden Algen frisst. Da die Iguanas sich stundenlang auf den Felsen aufhalten oder an der Oberfläche schwimmen, ist das ein seltener Glücksfall. Zunächst bemerkt uns der Iguana gar nicht. Dann aber schaut er plötzlich über seine Schulter und schießt davon. Ich schwimme hinterher und kann noch aufnehmen, wie er aus dem Wasser klettert und sich auf einem Felsen in Sicherheit bringt.

Aber auch die schönste Tour nimmt ein Ende und am siebten Tag laufen wir wieder St. Cruz an. Am achten Tag werden dann alle Abreisenden zum Flughafen gebracht. Wir wollen das natürlich nicht und können unseren Guide überreden uns mit den zwei Paaren, die noch eine Woche bleiben, zum Schildkrötengebiet in der Mitte der Inseln fahren zu lassen. Dort gibt es nämlich freilebende Riesenschildkröten und es ist sehr viel schöner, sie in Freiheit umherstreifen zu sehen als in den Gehegen der Schildkrötenbrutcenter auf Isabella und St. Cruz. DAs große Problem der Schildkröten sind eingeschleppte Säugetiere wie Ziegen, Katzen oder Ratten. Die einen fressen ihnen die Nahrung weg oder treten auf die Gelege, die anderen fressen gern Schildkröteneier oder die kleinen frisch geschlüpften Kröten.

Wir haben aber ja noch ein paar Tage auf Galapagos und wollen zunächst wieder nach Isabella. Später werden wir auch noch auf St. Cruz zelten – am einzigen Strand, an dem das für Touristen frei erlaubt ist. Nach Isabella geht es mit der Fähre, einem Schnellboot, dass von 400 PS angetrieben, in 2 Stunden die Strecke schafft, für die wir mit der Beagle einen ganzen Tag gebraucht haben. Auf Isabella haben wir eine Reservierung für die "Caletta Iguana", ein Hostel direkt am Strand mit eigener Strandbar und Iguana-Kolonie. Isabella ist ein ganzes Stück ruhiger als St. Cruz und ich kann mir gut vorstellen, hier länger zu verweilen. Das Hostel ist superentspannt und alle paar Tage gibt es Live-Musik bei der Strandbar. Der Blick ist unübertroffen und die Zimmer sind gemütlich. Leider ist die "Managerin" etwas sehr entspannt und vergisst die Hälfte aller Abmachungen oder Vereinbarungen… Wir besuchen die "Tunneles", einen Strandbereich, in dem durch Vulkanausbrüche skurille Strukturen aus Lava entstanden sind und schnorcheln dort. Neben massenhaft Meeresschildkröten sehen wir Pinguine, Rochen und Haie (allerdings nur vom Boot). 

Auch für "richtiges" Tauchen sind die Galapagos-Inseln eine gute Adresse. VOn Puerto Ayora lassen sich diverse Touren organisieren – ein Vielzahl von Agenturen bemüht sich um die Gäste. Der best bewertete Tauchlade heisst "Iguana Diving", was sich darin äußert, dass die meisten Termine schon voll sind und die Dame an der Rezeption sehr sparsam mit Freundlichkeit umgeht… Trotzdem können wir einen Termin buchen und fahren am nächsten mit dem Speedboot raus zum Tauchplatz "North Seymor". Die Unterwasserlandschaft um Galapgos ist nicht so berühmt, dafür sind es die Tiere, die das Tauchen hier zum Erlebnis machen. Obwohl die Sich nicht gerade berühmt ist sehen wir mehrere Seelöwen, Haie (auch einen Hammerhai aus der Entfernung), Merresschildkröten und eine Schule von mehr als zehn Rochen. Leider gelingt es mir nicht, noch einen Platz für den Tauchplatz "Gordon Rocks" zu bekommen, der eine Garantie für Hammerhaie haben soll.

Stattdessen fahren wir zum Strand Garrapatera, den wir schon einmal besucht hatten. Diesmal aber mit unserem Zelt und der Genehmigung der Nationalparkverwaltung in der Tasche. Den wunderschönen Strand haben wir ganz für uns allein als die Tagesbesucher abgezogen sind (da entsteht auch unser Weihnachtsgrußfoto) . In der Nacht werde ich von Geräuschen rund um unser Zelt geweckt.Vielleicht sind es wilder Katzen, denke ich und krieche aus dem Zelt. Tatsächlich sind es Dutzende von Einsiedlerkrebsen, die im Mondlicht dem Meer zustreben. Dann heisst es langsam auch langsam Abschied nehmen von den Galapagos-Inseln. Die drei Wochen sind viel zu schnell vorüber gegangen und ich beschließe, dass ich nicht das letzte Mal auf den Inseln gewesen sein werde…

Mit etwas gemischten Gefühlen sehen wir unserem nächsten Reiseziel entgegen – der Ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Glaubt man den Berichten verschiedener Reiseführer und Reisender die wir unterwegs trafen, ist Quito ein unsicherer Ort, an dem man mit Diebstählen und Überfällen rechnen musss. Es wird geraten, nur das nötigste Geld für den Tag und auf keinen Fall Kreditkarte oder Ausweis bei Ausflügen mitzunehmen. Naja, wir werden sehen – schließlich war es in Arequipa und Cusco auch so, dass die beschriebene Sicherheitslage nicht zu unseren eigene Erfahrungen passte. Von Quito aus werden wir dann für die Weihnachtsfeiertage wieder in den Dschungel zurück kehren.

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