Trekking in El Chaltén

Von El Calafate ist es nur eine kurze Busreise nach El Chaltén, einer klitzekleinen Stadt mitten im Nationalpark „Los Glaciares“ gelegen. Dieser Nationalpark, der auch den Perito Moreno Gletscher beherbergt, kann noch mit weiteren spektakulären Bergen aufwarten – z.B. dem „Fitz Roy“, der den Vergleich mit den „Torres“ nicht zu scheuen braucht.

Wir planen, drei Tage in El Chaltén zu verbringen und haben unsere Busfahrt so geplant, das wir gleich am Ankunftstag eine erste Tour machen können. Das Wetter spielt mit und schon bei unserer Anfahrt erhalten wir den (seltenen) Blick auf den unverschleierten Gipfel des Fitz Roy. Nach einem Marsch durch das ganze Städchen (leider haben wir nicht mitbekommen, dass der Bus nach dem Stop am Anfang der Stadt noch ein zweites Mal hält – direkt vor unserer Pension) laden wir schnell unser großes Gepäck ab und machen uns auf den Weg. Ziel ist die Laguna Torre von wo aus ein guter Blick auf den Cerro Torre möglich sein soll. Nach etwa zweieinhalb Stunden Wanderung durch eine wunderschöne Landschaft erreichen wir den ersten von zwei Aussichtspunkten an der Laguna. Allerdings ist der Gipfel des Cerro Torre völlig in den Wolken verschwunden und da es auch ziemlich windig ist und kalt wird verzichten wir auf die letzten Meter zum Ende des Trails und kehren zu unserer Unterkunft zurück.

Für den nächsten Tag haben wir uns den Fitz Roy (bzw. das Fitz-Roy-Basislager und den Aussichtspunkt mit Blick auf den Fitz Roy) vorgenommen. Der Trek ist noch schöner als der zum Cerro Torre – Mittagspause machen wir an einem kleinen See mit fantastischem Ausblick auf das Bergmassiv. Leider hat sich der Fitz Roy heute eine kleine Wolkenhaube aufgesetzt die auch nach längerem Warten nicht vollständig verschwinden will. Wir haben uns ja diesmal für Tagesausflüge mit kleinem Gepäck entschieden, aber die auf dem Weg liegenden Campsites sind Werbung für Mehrtagestouren. Am Ende des Treks geht es noch einmal richtig steil bergauf und wir erreichen nach einem steilen Anstieg  den Aussichtspunkt zum Fitz Roy. Hier ist die Szenerie nicht weniger spektakulär als im Torres del Paine (eher im Gegenteil) und da wir unseren Gaskocher mitgeschleppt haben, können wir uns jetzt einen verdienten Kaffee in ausgesprochen exklusiver Lage gönnen. Dann heisst es wieder zurück – am Abend erreichen wir wieder El Chaltén und suchen uns ein (vermeintlich) nettes Restaurant zum Dinner. Sehr cool: eine Wand des Restaurants ist eine Kletterwand – weniger cool: das Essen ist eher mittelmäßig…

Am dritten Tag fahren wir mit dem Taxi zur Hosteria El Pilar – einer etwas außerhalb gelegenen Herberge und beginnen von dort unseren Trek zurück zur Stadt. Heute zeigt sich das wetter erstmals von seiner „patagonischen“ Seiten – heftige Winde und immer wieder kleinere Regenfälle machen uns klar, dass auch das Leben in El Chaltén nicht nur Sonnenseiten hat. Aber das gehört zum Trekken in Patagonien einfach dazu und da wir entsprechende Kleidung bei uns haben stört es auch nicht wirklich. Am Abend gibt es (für mich) das vermutlich größte Schnitzel der Welt während Andrea eine LKW-Ladung Pasta zu vernichten sucht (ohne endgültigen Erfolg).

Für den vierten Tag hatten wir uns noch einen kleineren Ausflug vorgenommen, aber das patagonische Wetter zeigt sich diesmal von seiner unversöhnlichen Seite und blockiert mit Sturm und heftigen Regengüssen unser Vorhaben. Wir können unsere Bustickets noch von 18:00 Uhr auf einen früheren Bus verlegen und verlassen El Chaltén mit Ziel El Calafate von wo aus wir am nächsten Tag nach Bariloche fliegen werden.

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